Welpenleitfaden

Kleiner Leitfaden zum Umgang mit einem jungen Hund

In diesem Leitfaden sollen einige Hilfen aufgezeigt werden, wie aus einem Welpen ein angenehmer Hausgenosse wird.

Um einen Hund erziehen zu können, müssen wir verstehen, warum unser Hund bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legt und bestimmte Ansprüche stellt.

Mit unserem Welpen bekommen wir genetisch gesehen einen Wolf, egal ob wir uns für einen Rehpinscher oder eine Dogge entschieden haben. Der Hund hat sehr viele ähnliche angeborenen Verhaltensmuster wie der Wolf, allerdings unterscheidet sich der Hund vom Wolf  dadurch gravierend, dass er keine Angst mehr vor dem Menschen hat. ( Hier ist eine genetische Veränderung eingetreten, denn diese Angst ist für den Wolf überlebensnotwendig ). Durch Versuche im Kieler Institut für Haustierkunde wurde bewiesen, dass der Wolf durch ein Leben im Rudel völlig zufriedengestellt werden kann, der Hund aber braucht den Menschen als Sozialpartner um sich voll entwickeln zu können. Einem Hund reicht ein Leben im Hunderudel nicht, der Hund braucht den Menschen um sich entwickeln zu können. Der Part als Partner Mensch ist für den Hundeführer eine große Verantwortung, aber auch eine große Chance um in Symbiose mit einem angenehmen Hausgenossen zu leben.

Vielleicht stellen Sie sich das so vor: der Welpe kommt als Bleistiftskizze zu Ihnen und das Ausmalen mit Farbe ( die Persönlichkeitsentwicklung ) geschieht durch die Interaktion mit der Familie.

Idealerweise geschieht das durch konsequentes und liebevolles Training unter Berücksichtigung der Lerngesetze

Konsequent zu sein bedeutet, dass der Hund sich auf die Reaktionen des Menschen verlassen kann. Das heißt : Immer die gleiche Reaktion bei gleichem Verhalten .

Dazu ein Negativbeispiel: wenn Sie Freizeitkleidung tragen, freuen sie sich wenn Ihr Hund an Ihnen hochspringt, wenn Sie Bürokleidung anhaben, bekommt der Hund eins auf die Nase und Sie sind ärgerlich. Für den Hund sind Sie neurotisch – sie sind nicht einschätzbar. Durch inkonsequentes Verhalten erziehen Sie sich einen unsicheren Hund, dessen Liebe Sie sicherlich verlieren werden, weil der Hund weder Sicherheit noch Achtung empfinden kann 

Stellen Sie sich das erwünschte Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Welpen wie ein positives Ausbildungsverhältnis vor. Sie sind der Vorgesetzte, der freundlich, in seinen Reaktionen einschätzbar, den Auszubildenden ( Welpe ) anleitet und dessen Wissen und Können erweitert und dem Azubi immer Rückendeckung und Unterstützung anbietet.

Durch konsequente Erziehung erwerben Sie sich die Achtung und die Liebe Ihres Hundes und erreichen, dass er sich wohl fühlt und sich weiterentwickeln kann, weil er Sicherheit  im Familienrudel hat.

Das klingt jetzt natürlich alles sehr theoretisch, ist in der Praxis aber leicht umzusetzen z.B. durch konsequentes Regeln setzen und Regelspiele ( der Ball darf erst geholt werden, wenn .... ) und Aufgabenstellungen.

Ausbildung bedeutet nicht Unterdrückung, sondern Förderung der Anlagen des Hundes und Ausnützung der natürlichen Triebe.

 

Der Welpe kommt ins Haus

 

Hoffentlich waren Sie ein bewusster Käufer ( schließlich soll der Hund viele Jahre mit Ihnen leben ) und haben einen Welpen ausgesucht, der nicht nur körperlich gut aufgezogen worden ist, sondern auch liebevoll betreut und in seiner psychischen Entwicklung durch mannigfaltige Kontakte gefördert worden ist und in Ihr Umfeld passt. Leider gibt es immer noch Spontankäufe und Mitleidskäufe und  oft auch nicht passende Paarungen zwischen Mensch und Hund an denen beide Teile leiden. ( Huskies in der Stadt, lebhafte Workoholics bei nicht so sportlichen Menschen,  Welpen und und und ... ).

Sollten Sie einen nicht optimal geförderten Welpen erworben haben, lassen sich Defizite durch bewusstes Fördern oft ausgleichen.

Nur haben Sie nicht viel Zeit zur Verfügung.

Wieso ??? werden Sie jetzt fragen, schließlich wird der Hund viele Jahre alt.

Jetzt kommt wieder eine angeborene Sache ins Spiel. Der Wolf ist ein hochentwickeltes Raubtier, dass in fast allen Regionen dieser Erde überleben kann. Das bedeutet, der Wolf ist in der Lage sich auf wechselnde Beutetiere einzustellen. Wäre dem Wolf ein komplettes Verhalten angeboren, z.B. der Jagdmechanismus zur Elchjagd und die Beutetiere würden verschwinden, könnte er zwingenderweise nicht überleben. Deswegen ist dem Wolf ( und unserem Hund , dem genetischen Wolf ) ein Verhaltensgerüst angeboren, das durch Lernerfahrungen ausgefüllt werden muss. 

Beim Hund nennt man die Zeit in der die Grundlagen des Verhaltens gelegt werden die „Sozialisierungsphase “.

Dass der Hund in der Sozialisierungsphase entscheidend geformt wird, ist wissenschaftlich unumstritten. Über die Dauer der Sozialisierungsphase, die sicherlich auch individuell und rassetypisch abhängig ist, konnte bisher keine absolut verläßliche Angabe gemacht werden. Manche  Wissenschaftler gehen von einem Ende der Sozialisierungsphase in der 12. Woche, andere von der 16. Woche aus. Persönlich neige ich dazu, diese Zeit besonders bei spätreifen Rassen (Dogge) mit 16 Wochen anzusetzen.

In dieser Zeit, der Sozialisierungsphase, legen sie den Grundstock für das zukünftige Verhalten ihres Hundes.

Verpasste Gelegenheiten in dieser Zeit müssen später äußerst mühevoll korrigiert werden.

Bevor man den Welpen abholt, sollte die Familie besprechen, welche Gebote und Verbote der Hund zu befolgen hat.

Zum Beispiel                Bett                             ja – nein

                                   Sofa                             ja – nein

                                   Anspringen                   ja – nein (denken Sie daran, dass das bei einem erwachsenen Hund sehr unangenehm sein kann)

                                                                       usw.

Alle Familienmitglieder sollten dann auch konsequent dem Hund die gleichen Regeln setzen.

Nicht:  „ heute ist es kalt“, „ich bin alleine und einsam“ – der Welpe darf ins Bett.

            „heute ist es warm“, „ ich habe Besuch“ – raus aus dem Bett.

Wenn nicht immer die gleichen Regeln befolgt werden und dem Hund dadurch Sicherheit in seinem Verhalten gegeben wird, sind psychische Störungen unvermeidlich. 

Bedenken Sie, wenn Sie den Welpen abholen, verliert er seine bisher vertraute Umgebung, seine Geschwister und seine Mutter. Das kann Verlassenheitsängste hervorrufen. Helfen Sie dem Welpen Vertrauen zu seiner neuen Umgebung aufzubauen. Je nach Ihrer Toleranzgrenze lassen Sie den Hund in Ihrer Nähe schlafen, wenn er sich heimisch fühlt, läßt sich in aller Regel der Schlafplatz weiter entfernt einrichten. Soll der Hund weiter entfernt schlafen / oder im Zwinger / ist ein Tuch mit vertrautem Geruch, ein Wecker oder ein leise spielendes Radio oft hilfreich, damit der Welpe sich nicht alleingelassen fühlt. 

Ihr Welpe soll einerseits viel erfahren und erlegen, andererseits sind die Knochen, Bänder und Sehnen noch weich. Körperliche Überlastung kann Deformierungen hervorrufen und die spätere Bewegungsfähigkeit des Hundes stark einschränken. Ein Spaziergang von einer Stunde am Stück ist für einen Welpen mit Sicherheit zuviel. Versuchen Sie mehrmals am Tag über kürzere Zeiteinheiten mit Ihrem Hund  etwas zu unternehmen.

Zeigt er Anzeichen von Müdigkeit – schlafen lassen.

Es ist sehr wichtig, dass der Hund viele Erfahrungen sammeln kann. Mit allem, mit dem er als Welpe vertraut gemacht worden ist, kann er als erwachsener Hund angstfrei umgehen. Dazu gehört, dass er lernt, Stress zu bewältigen. Das bedeutet, dass der Hund lernt, mit aus seiner Einschätzung bedrohlichen Situation fertig zu werden.

Ein Beispiel möchte ich Ihnen anführen, das Ihnen hoffentlich verdeutlicht, was Sie Ihrem Hund antun, wenn Sie den Hund, wenn er Angst zeigt, trösten und auf den Arm nehmen, anstatt ihm über die Situation hinwegzuhelfen und ihm so das Erfolgserlebnis und die Erfahrung einer Situationsbewältigung nehmen. Ein 9 Monate alter Doggenrüde aus guter Zucht mit einem bemühten Besitzer klemmte ständig die Rute, sobald die Umgebung fremd wurde, und duckte sich vor jedem fremden Menschen, der ihm entgegen kam. Obwohl körperlich sehr gut entwickelt, konnte er zum Leidwesen seines Besitzers nicht erfolgreich ausgestellt werden, weil er durch seine Angst seine Vorzüge nicht zur Geltung bringen konnte. Das ist aber nicht das Ausschlaggebende. Stellen Sie sich vor, was es für ein Leben ist und was es für die Psyche bedeutet, wenn immer Angst empfunden wird. Die Lebensfähigkeit – von Lebensqualität gar nicht zu reden -  ist stark eingeschränkt.

Wie konnte so etwas passieren? Der reale Auslöser war ein Traktor, der eine Fehlzündung hatte, als er sich neben dem Hund befand. Der Grund, warum der Hund dadurch in allen Lebensbereichen (und nicht nur bei Geräuschen, Traktorenbegegnungen und im Verkehr) verstört wurde, ist ein anderer. Der Hund war als Welpe sehr frei und aufgeschlossen, wuchs aber sehr behütet ohne Umweltstress auf . Der Welpe mußte sich nie mit unangenehmen oder auch nur unvertrauten Situationen auseinander setzen. Dem Hund wurde die Möglichkeit genommen, durch Lernerfahrungen seine Psyche zu entwickeln und Selbstvertrauen und Vertrauen zum Besitzer zu bekommen.

Wie können Sie einer solchen Situation vorbeugen?

Jedes Spielen, jedes Kennenlernen einer neuen Umgebung, einer neuen Situation fördert Ihren Welpen und stärkt seine Selbstsicherheit.

Sehr hilfreich ist es, an einer Welpenspielgruppe teilzunehmen. Das ist eine hervorragende Möglichkeit, das Wesen des Hundes zu stärken. Der Welpe kann Sozialverhalten üben und lernt hundliche Kommunikation. Erwachsene Hunde sind oft sehr langmütig mit Welpen und Regeln und Verhalten werden beim Welpenspiel viel effektiver und schneller gelernt.

Beim Spielen von Welpen untereinander lernen sie sehr schnell wie stark die messerscharfen Welpenzähne eingesetzt werden dürfen und mit welchen Ritualen Artgenossen beschwichtigt werden können. Kurz die Welpen lernen die Hundesprache und das Hundeverhalten.  

Gerade als Ersthundbesitzer ist man oft unsicher, wie man sich verhalten soll. Scheuen Sie sich nicht, Rat in Hundesportvereinen und/oder Ortsgruppen von Rassehunden-Zuchtvereinen zu holen. Hier finden Sie auch oft Spielkameraden für Ihren Hund.

Bei der Erziehung Ihres Welpen sollten Sie folgende Regeln beachten:

-          Konsequente Erziehung mit viel Geduld (gibt dem Welpen Sicherheit in seinem Verhalten)

-          Förderung des Welpen durch vielfältige Kontakte und Erlebnisse (ohne den Welpen körperlich zu überfordern.)

Noch ein Tipp:

Unbewußt werden oft Ängste und Befürchtungen auf den Welpen übertragen (Hunde nehmen auch kleinste Veränderungen im Verhalten wahr und reagieren darauf).

Ein Beispiel:

Sie haben Angst, dass Ihr Hund von einem größeren Hund angefallen wird oder Sie begegnen selber nicht gerne bestimmten Hunderassen. Unbewußt verkrampfen Sie sich, nehmen oft die Leine strammer und signalisieren durch Ihre Körpersprache so Ihrem Hund „Gefahr droht“. Entweder reagiert der Hund, je nach Temperament, ängstlich, aggressiv, oder zeigt er Mischverhalten. Versuchen Sie durch kritische Selbstbeobachtung solch eine unbewußte „Negativ-Erziehung“ zu vermeiden. 

Bitte unterwerfen Sie sich keinem Leistungsdruck und versuchen aus einem Welpen einen perfekt funktionierenden Hund zu machen. Fördern Sie die natürlichen Anlagen des Hundes und ordnen ihn in die Familie ein. Das ist ein ausreichendes Erziehungsziel für die Welpenzeit. Sie legen jetzt den Grundstock für das Verhalten des erwachsenen Hundes.  

Nach der Welpenzeit kommt der Hund in eine Pubertätsphase (auch Rang- oder Rudelordnungsphase genannt.

Versprochen, auch diese Zeit geht vorbei. In dieser Zeit sind die Hunde besonders sensibel und scheinen manchmal alles Gelernte zu vergessen. Halten Sie Ihren konsequenten Erziehungsstil und die Förderung des Hundes bei und Sie haben das Erfolgserlebnis, wenn der Hund ausgereift ist, einen angenehmen und umgänglichen Hausgenossen zu haben.

Empfehlenswert ist die weitere Ausbildung zum Hundeführerschein und/oder zur Begleitungsprüfung. Ausbildung festigt das Verhältnis zwischen Hund und Hundeführer und gibt dem Hund eine Aufgabe und macht beiden Spaß.  

Welche konkreten Erziehungsmöglichkeiten haben Sie bei einem Welpen:

-          Stubenreinheit -   

Sie setzen sich einen Zeitabstand von  1 Stunde, indem Sie den Welpen die Gelegenheit geben, sich zu lösen (den Zeitabstand vergrößern sie langsam). Zusätzlich setzen Sie den Welpen nach jedem Füttern nach draußen. Vor der Nachtruhe sollte der Welpe nicht vollgefressen sein, weil er dann logischerweise Schwierigkeiten hat, einzuhalten. Jetzt haben Sie auch die Chance, Ihrem Welpen beizubringen, wo er sich lösen soll, z. B. im Gebüsch. Aber Vorsicht! Achten Sie darauf, dass Sie Ihrem Welpen nicht immer auf die gleichen Stellen fixieren, es könnte sonst Probleme bei Ortswechsel (durch Autofahrten, Urlaub etc.) geben. Begleiten Sie sein Geschäft mit einem bestimmten Wort, z. B. „mach Pfützchen“. Schmunzeln Sie ruhig. Stellen Sie sich vor, Sie sind in Zeitdruck, haben dem Hund zuliebe eine Pause gemacht, und er löst sich nicht (das Problem tritt bei Hündinnen häufiger auf). Wenn der Hund das Wort mit dem Begriff des Lösens verknüpft hat, ist das auf Reisen und auf Ausstellungen sehr hilfreich. Es kann auch beim Tierarzt helfen, wenn eine Urinprobe abgegeben werden muß.

Wenn Sie Ihren Hund gut beobachten, werden Sie sehr schnell merken, wenn er Anstalten macht, sich zu lösen. Nutzen Sie Ihre Chance und setzen den Welpen vorher nach draußen.

Wenn trotzdem ein Unfall passiert (Küchenrolle und Desinfektionsspray gehören zur Welpen-Erstausstattung) drücken Sie bitten Ihren Hund nicht mit der Nase hinein. Das kann Ihr Hund nicht verstehen. Nehmen Sie ihn und setzen Sie ihn auf seinen Löseplatz. Das kann er begreifen, alles andere nicht. Vermeiden ist auf alle Fälle besser als wegputzen. Und Vermeiden können Sie durch aufmerksames Beobachten und regelmäßiges lösen lassen.

- Unterbinden des Anspringens – 

Anspringen gehört zum Begrüßungsritual von Hunden und ist ein völlig normales – aber meist nicht erwünschtes – Verhalten. Es ist zwar niedlich, wenn ein Welpe an unseren Beinen herumkratzt, aber auch ein Welpe wird groß und hat gelegentlich schmutzige Pfoten. Außerdem soll es Besucher geben, die sich über ruinierte Kleidung ärgern. Bei einem Welpen ist das Anspringen ganz leicht zu unterbinden. Sollte er Sie anspringen, geben Sie ihm das Hörzeichen „Nein“ und drücken zeitgleich den Welpen nach unten. Achten Sie darauf, dass alle 4 Pfoten auf dem Boden sind, loben Sie ihn, wenn er sich wunschgemäß verhält. Konsequent von allen Familienmitgliedern durchgezogen, hört er sehr schnell auf, jemanden anzuspringen.

Eine weitere Möglichkeit: Der Hund macht Sitz und bekommt ein Leckerchen als Belohnung – und das Anspringen wird so unterbunden und in ein Sitz umfunktioniert. 

-          Unterbinden von unerwünschten Tätigkeiten –

(Blumen ausgraben, Zeitung lesen, Tisch abräumen usw.)

Benutzen Sie das Wort „Nein“ oder „Pfui“ oder Sie benutzen den dominanten Schnauzgriff (von oben über die Fangzähne drücken). Ihr Welpe wird sehr schnell begreifen, welche Tätigkeiten er zu lassen hat. Nur bitte konsequent sein:

Immer die gleiche Reaktion bei gleichem Verhalten

Sie können Ihrem Hund auch nur etwas verdeutlichen, wenn Sie ihn auf frischer Tat ertappen. Das scheinbare Schuldbewußtsein, das der Hund zeigt, wenn Sie ihn mit seinen zeitlich zurückliegenden Missetaten konfrontieren, ist Beschwichtigungsverhalten dem Rudelführer gegenüber. Den Grund Ihrer Reaktion versteht er nicht. Beschwichtigungsverhalten verhindert im Wolfsrudel eine Bestrafung. Akzeptieren Sie bitte diese Regel. Eine Strafe trotz Beschwichtigungsverhalten würde den Hund nur verstören.

-          Alleine lassen –

Oft ein Problem dem schon ganze Wohnungseinrichtungen zum Opfer gefallen sind. Manchmal durch soziale Schieflage ausgelöst. ( Stellen Sie sich vor der Azubi sperrt den Chef ein und raucht Zigarren und trinkt ein Glas dabei ).

Der Welpe sollte von Anfang an kommentarlos und selbstverständlich kurz alleine gelassen werden und  die Normalität dieser Situation erfahren. Die Zeiträume dieser Phasen des Alleinseins werden selbstverständlich erst langsam gesteigert. Ein ausgiebiges Verabschiedungs- und Begrüßungsritual sorgt dafür, dass der Welpe „ alleine bleiben “ nicht als normal, sondern als besorgniserregend empfindet. 

 

Sitz

Sie nehmen ein Leckerchen in die Hand und führen das Leckerchen über die Nase des Hundes Richtung Schädeldach. Der Hund setzt sich automatisch hin. Hörzeichen Sitz sagen. Lobewort und dann Leckerchen geben.

 Platz

Sie können dem Hund mit einem Leckerchen in die Platzstellung manipulieren.  Nach erfolgter Übung immer loben!

Alle Sitz- und Platzgebote müssen immer mit einem Hörzeichen (z.B. Lauf) aufgelöst werden.

Mit zunehmendem Alter können die Zeiteinheiten, in der die Hunde Sitz und Platz machen, vergrößert werden. Bitte  korrigieren Sie Ihren Hund sofort, wenn er das Platz- oder Sitzgebot nicht mehr befolgt.

Einige kleine Übungseinheiten können z. B. sein: 

1.       Den Hund vor jeder Straßenüberquerung sitzen lassen

2.       Vor dem Einladen ins Auto sitzen lassen

3.       Beim Ausladen den Hund einen Moment im Auto warten und erst auf ein Hörzeichen aussteigen und wiederum sitzen lassen.

Nehmen Sie den Hund ruhig zum Einkaufen im Auto mit, damit er lernt, dass Autofahren wertfrei ist und er sich entspannen kann (und dass das Auto nicht nur zum Tierarzt fährt). Ferner lernt er auch das Warten im Auto.

-          Freilaufen –

Geben Sie ihrem Welpen ruhig die Gelegenheit frei zu laufen. Zumindest die erste Zeit wird er sich bemühen Sie nicht zu verlieren. Rufen Sie ihn gelegentlich zu sich und geben ihm ein Leckerchen oder spielen mit ihm oder sie streicheln ihn einfach. Leinen Sie ihren Hund während des Spaziergangs gelegentlich an und auch wieder ab.

Zwei Ding müssen vermieden werden :

a)      dass der Welpe nur zum Ende des Spaziergangs angeleint wird ;

Das merkt er sehr schnell und entzieht sich dem Anleinen.

b)   dass der Welpe immer nur wenn ein Hund oder Spaziergänger kommt, gerufen und angeleint wird.           

       „ Aha “ denkt der Kleine, immer wenn es interessant wird, muss ich an die Leine. Folglich wird er

       nicht mehr kommen.

Bei einer Streßsituation ( der Welpe hört nicht auf ihr Rufen und läuft in eine unangenehme Situation ) drehen Sie sich um und gehen in eine andere Richtung. Das ist das einzige was funktioniert. Hinterherlaufen wird von dem Welpen als Spiel aufgefasst und bringt ihn sicherlich nicht dazu zu Ihnen zu kommen. Ganz im Gegenteil Rennspiele sind toll, nur verliert meistens der Mensch.

Um die Aufmerksamkeit und die Beziehung des Welpen zu Ihnen zu fördern, können Sie kleine Versteckspiele machen. Wenn der Welpe Sie findet , geben Sie ihm ein Leckerchen oder werfen einen Ball oder freuen sich einfach mit dem Hund über seinen Sucherfolg. Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, welche Spiele und kleine Abenteuer Sie mit Ihrem Hund unternehmen.

Gehorsamsübungen können auch schon mit einem Welpen gemacht werden – aber bitte überfordern Sie den Hund nicht. Nur kleine Lernschritte führen zum Erfolg.

Nach jeder Übung muss der Hund eine Bestätigung über ein Leckerchen, ein Lob oder ein Spiel erhalten.

Die Freude am Gehorsam soll aufgebaut und erhalten werden.                

-          vernünftig an der Leine gehen –

Der Welpe braucht nicht korrekt „ bei Fuß “ gehen, aber er darf auch nicht an der Leine ziehen. Stemmt sich der Welpe in die Leine , bleiben Sie stehen und sagen „ nicht ziehen “. Der Welpe wird schnell merken, dass es nur weitergeht, wenn die Leine locker ist.

Die Balanceleine ( nachzulesen bei Linda Tellington – Jones / TTouch und TTeam ) ist auch eine tolle Möglichkeit den Hund zur Leinenführigkeit zu erziehen

Konsequent durchgezogen, immer nur mit lockerer Leine gehen, verhilft es Ihnen ein Hundeleben lang zu Annehmlichkeit und Bequemlichkeit.

Im umgekehrten Fall, wenn Sie die Leine immer auf Spannung halten, erziehen Sie sich einen „Schlittenhund “ , der Ihre Bandscheibe und Rückenmuskulatur strapaziert und sich selber das Gefühl von Freiheit an lockerer Leine nimmt.

Auch ist eine straffe Leine bei Hundebegegnungen unter Umständen problematisch, weil ein Hund dessen Leine auf Spannung steht, oft aggressiver reagiert.

Hundeausbildung dient immer dem Wohl des Hundes ( und der Lebensqualität des Besitzers , denn Mitmenschen sind dem Hunde nur wohl gesonnen, wenn der Hund gut erzogen ist ). Wenn Sie die Ausbildung richtig aufbauen, wird der Hund freudig mit Ihnen arbeiten und es geniessen Aufgaben erfüllen zu dürfen. Ausbildung dient nicht nur dem Ziel einen angenehmen Hausgenossen zu haben, sondern verbessert entscheidend die Qualität der Beziehung zwischen Hund und Hundeführer. Der Hund kann sich wesensgemäß ausleben, weil wir durch Ausbildung seinen angeborenen Ansprüchen entgegenkommen.   

Futter

Eine Fütterungsempfehlung zu geben ist sehr schwierig, weil in Punkto Fütterung kaum zwei Menschen übereinstimmen.

Es gibt allerdings einige allgemeingültige Regeln:

Ein Hund sollte nie mit vollem Magen spielen oder Anstrengungen unternehmen.

Ein Welpe sollte mehrmals  ( mindestens 3 x , besser 4 x ) am Tag gefüttert werden.

Er kann größere Nahrungsmengen noch nicht verarbeiten.

Ein pummeliger Welpe sieht äußerst putzig aus. Sie legen sich damit aber die Grundlage für spätere Gesundheitsprobleme. Durch wissenschaftliche Untersuchungen ist bewiesen, dass der Hund , der ausgewogen – aber nicht mehr als ausreichend – gefüttert wird, die beste Entwicklung hat.

Mit einem ausgewogenen Fertigfutter haben Sie zur Zeit die einfachste Fütterungsmöglichkeit.

Bei der Wahl des Futters sollten Sie folgende Kriterien beachten:

-          alle Inhaltsstoffe , auch der Anteil von Calcium und Phosphor, sollten aufgeführt sein

-          das Futter sollte ohne Duft- , Lock- und Konservierungsstoffe sein.

-          das Futter sollte möglichst wenig Fett enthalten. Fett ist ein Energieträger und verursacht gesundheitsschädliches zu schnelles Wachstum

-          das Futter sollte gut verdaulich sein

Die Wertigkeit des Futters können Sie u.a. am Kot des Hundes beurteilen. Die Kotmenge sollte nicht zu groß sein und auch keine unverdauten Nahrungsreste enthalten. Sollte der Kot ungewöhnlich ekelig riechen, ist das ein Indiz, dass statt hochwertigem Eiweiß Sojaproteine verwandt worden sind. Für den Hund sind nur tierische Eiweiße verwertbar.

Gelegentlich sollte der Kot kontrolliert werden, z.B. auf Wurmbefall oder Veränderungen. Weißliche Verfärbungen deuten z.B. auf Magen- Darmprobleme hin, eine Schleimhülle und Zementfarbe auf Störungen der Bauchspeicheldrüse.

Welpen sollen Welpenfutter erhalten.

Bei einer Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat man festgestellt, das Welpen die Welpenfutter bekamen eine deutlich bessere Knochendichte hatten, als die Vergleichsgruppe, die mit Futter für erwachsene Hunde aufgezogen worden ist.

Zumindest großwüchsige  Rassen brauchen oft noch Zusatzstoffe um sich optimal entwickeln zu können. Das muss aber individuell dosiert werden. Bitte fragen Sie einen fachkundigen Menschen.

Mit dem Futterzusatz CANOSAN oder Canhydrox zur Festigung von Bändern, Sehnen und Gelenken sind allgemein gute Erfahrungen gemacht worden. 

Genau wie die Zeit, die Sie in die Welpenerziehung investieren, macht sich eine sorgfältige Aufzucht immer bezahlt.

Das Erfolgsgeheimnis liegt in der Ausgewogenheit. Ein ZUVIEL ist genauso schädlich wie ein ZUWENIG. 

Hunde die schlecht fressen kann man sich leicht erziehen. Also Futter weg, wenn es nicht in angemessener Zeit aufgefressen wird und kein dauernder Zugang zum Futter. 

Bei dauerndem Appetitmangel kann eine organische Erkrankung , z.B. eine Mandelentzündung vorliegen.